Abendbrunchen in Dubai

Das Wort „Brunch“ setzt sich zusammen aus den englischen Wörtern „breakfast“ (Frühstück) und „lunch“ (Mittagessen). Es bezeichnet daher passenderweise eine üppige Mahlzeit zwischen Frühstücks- und Mittagessenszeit. In Dubai wurde dem Begriff „Brunch“ allerdings ein völlig neuer Sinn gegeben (als Urheber stehen übrigens die verrückten Inselbewohnern der Nordsee in Verdacht). Ein „Brunch“ beginnt in der Wüste nämlich immer freitags um die Mittagszeit, also zwischen 12 und 13 Uhr. Sinn des Brunches ist es aber nicht, ein spätes Frühstück (oder ein frühes Mittagessen) zu genießen, sondern sich sinnlos zu betrinken. Zumindest trifft das IMMER auf die bereits erwähnten Inselbewohner zu. Unterschieden wird dabei zwischen „Non-Alcoholic-Packages“ (die aber keiner kauft), „Alcohol-Packages“ (sehr beliebt) sowie „Alcohol-Packages incl. bubbly“ (kann man sich nur am Anfang des Monats leisten) . Günstig ist die ganze Angelegenheit meistens nicht, da die Austragungsorte der Angelegenheit in der Regel erst- oder zweitklassige 5-Sterne-Hotels sind. Neben exquisitem Essen und miserablem Alkohol wird aber auch einiges geboten. So kann man sich 30 Minuten nach Beginn des Spektakels  bereits über die ersten Betrunkenen lustig machen. Meistens fallen die in Pools, auf Tische oder aber auch auf die Grillstation drauf. Manchmal kann man sich aber auch über richtige Showeinlagen, in Form von Zauberern oder brasilianischen Tänzerinnen freuen. Motto: Je abstruser, desto besser. Nun hat Dubai dem Ganzen noch ein Krönchen drauf gesetzt. Seit Kurzem wachsen sogenannte „Abendbrunches“ wie Pilze aus dem Boden. Abgesehen davon, dass die Bezeichnung völlig falsch ist (eigentlich müsse es ja „Luner“ heißen. Oder „Dinch“), sind wohl auch einige Fliegenpilze darunter. Zumindest haben wir mit dem brasilianischen Restaurant des Ramada Plaza einen solchen erwischt. Denn abgesehen von unserem exzellenten Tisch (Außenbereich. 45 °C. Gefühlte 100% Luftfeuchtigkeit) gab es natürlich auch exquisite und vielfältige Gerichte. Serviert wurde ausschließlich Fleisch auf Spießen (beim Anblick der Chickenhearts wurde nicht nur unserer armen Vegetarierin, sondern auch mir ganz anders), zum Nachtisch gabs eine Anananas am Spieß und zur Vorspeise ein paar Salatblätter. Zum Glück waren da noch die brasilianischen Tänzerinnen, die unseren Abend gerettet haben. Nun gut, eigentlich war es vielmehr der miserable Alkohol, der uns über Wasser gehalten hat.

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