Marina and the diamonds

Diamanten gibt es in der Marina wirklich wie Sand am Meer. Oder wie Dünen in der Wüste. Einziges Problem: Die meisten davon sind noch ungeschliffen. Und darunter haben vor allem die Anwohner  zu leiden.

Ein leidiges Problem ist zum Beispiel der Verkehr. Viel los war hier in der Marina schon immer, vor allem an den Wochenenden, wenn die junge High Society der Stadt stolz ihre Autos entlang der Promenade präsentiert. Doch mit der Zeit lernt man schnell, welche Ecken der Marina man am Wochenende besser meidet, sodass das Problem eigentlich überschaubar bleibt. Eigentlich. Doch dann kam die Tram. Was ursprünglich bereits 2009 die Metro mit dem Meer verbinden sollte, ist heute immer noch eine große Baustelle. Straßen wurden aufgerissen, neu geteert, wieder aufgerissen, es wurden Kreisverkehre (mit Ampeln!) gebaut und anschließend wieder zu normalen Kreuzungen umgerüstet und schließlich wurden auch die Weichen für die Tram gelegt. Resultat: Straßensperrungen, kilometerlange Staus, abendliche Hupkonzerte und kein Besuch mehr von Freunden, weil sich jeder weigerte, sein Auto auch nur in die Nähe dieses Verkehrschaos zu manövrieren. Von den zahlreichen „normalen“ Baustellen ganz zu schweigen (in unserer unmittelbaren Umgebung werden beispielsweise drei neue Wolkenkratzer errichtet, die Promenade am Marina Walk wird komplett saniert und erst kürzlich wurde der Bau einer Moschee abgeschlossen). Hinzu kommt natürlich noch der Lärm, den diese Arbeiten mit sich bringen und der zu allem Übel von den zahlreichen Wolkenkratzern reflektiert wird und sich damit leicht verdoppelt. Erreicht hat die Lärmkulisse ihren Höhepunkt letzte Woche gegen 3 Uhr morgens. An vier aufeinanderfolgenden Nächten haben Bauarbeiter versucht, mit einem Dampfstrahler den Zebrastreifen von der Straße zu waschen. Funktioniert hat das natürlich nicht so richtig, dafür hatten wir das Gefühl, als ob ein Flugzeug versuchen würde, direkt neben unserem Bett zu starten – vier Stunden lang.

Trotz aller Lärmbelästigung wohnen wir gerne hier, handelt es sich doch um die einzige, fußgängerfreundliche Gegend der Stadt mit Meer und Strand, Clubs, Bars und Restaurants direkt vor der Haustür. Und wenn der Muezzin der nebenan gelegenen Moschee zum Gebet ruft, wird sogar der Straßenlärm still…

 

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s