S(tr)andgeschichten

Langsam werden die Temperaturen wieder angenehmer hier in der Wüstenstadt: Der Winter steht vor der Tür. Grund genug, den ersten Strandtag der Saison einzulegen. Nach beinahe zwei Jahren Dauerbaustelle müssen wir dazu nicht einmal mehr in unser Auto steigen, um zu unserem geliebten Sufouh-Beach zu fahren, sondern packen Luftmatratze und Handtücher einfach unter den Arm und marschieren los. Endlich ist nämlich die Umgestaltung des JBR-Strands fertig (natürlich wird dafür jetzt an den dahinter befindlichen JBR-Towern fleißig gebastelt und gebaut – mit einem Alter von 7 Jahren ist eine Grundüberholung nämlich dringend fällig und die maximale Lebenserwartung eigentlich überschritten).

Wo vorher eine riesige Sandpiste als Parkplatz missbraucht wurde, tummeln sich nun Cafés, Restaurants und Geschäfte, ein Open-Air-Kino und eine Joggingstrecke. Daher freuen wir uns auf unseren Tag am Meer, wurde im Zuge der Renovierungsarbeiten doch auch der Strand selbst wieder aufgeschüttet und gleicht jetzt nicht mehr einer stark abfallenden Wüstendüne. Am Ziel angekommen stellen wir fest, dass es auch am späten Nachmittag eigentlich noch ziemlich warm ist. Also nichts wie ab ins Wasser. Von der zu erwartenden Badewannentemperatur wissen wir natürlich bereits. Was wir zuvor allerdings nicht wussten ist, dass das einst kristallklare Wasser nun einem gigantischen Schlammloch gleicht. Wo man vor einem halben Jahr noch Fische beobachten konnte und Muscheln auf dem Meeresgrund liegen sah, erkennt man heute nicht einmal mehr den eigenen Körper im Wasser.

Im Verdacht für die Wasser-Verschleierung steht bei uns Dubais neuestes Megaprojekt, Bluewaters Island (der Name trifft es nun ja leider nicht mehr ganz so gut – Greywaters Island oder Algae Island wären passender). Auf einer künstlichen Insel (wo auch sonst) soll direkt vor der Küste ein Entertainment-Paradies entstehen. Highlight wird „Dubai Eye“, das weltweit größte (was auch sonst) Riesenrad, sein.

Das Szenario erinnert stark an die (anfänglichen?) Probleme mit der Palm Jumeirah. Die bekannte Palmeninsel wurde ebenfalls von trübem Meereswasser und zahlreichen Algen heimgesucht, da beim Bau nicht an die notwendige Wasserzirkulation gedacht wurde. Nach den Schwierigkeiten, den richtigen Sand für die Aufschüttung zu beschaffen (mitten in der Wüste ein echtes Problem – letztendlich konnte Australien mit 385 Millionen Tonnen Puderzuckersand aushelfen) und diesen anschließend durch künstlich erzeugte Vibrationen zu festigen, aber auch verständlich.

Bis die natürliche Meeresströmung künstlich nachgebaut sein wird, begnügen wir uns daher nun mit dem Pool. Und freuen uns auf einen Tag am Strand in Vietnam.

 

 

 

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