Bangkok – Willkommen in Südostasien

Mit gemischten Gefühlen geht es für uns in Thailands größte Metropole. Aufgrund der gigantischen Touristenmassen, von denen viele bekanntermaßen nicht wegen Kultur und Landschaft anreisen, zog es uns bisher genauso nach Bangkok wie in Dubais Hochsommer ins Freie. Dank eines unschlagbaren Flugangebots kommen wir nun aber nicht mehr drum herum, in der Metropole Fuß zu fassen. Zweieinhalb Tage Stoppover in Bangkok liegen vor uns, bevor es weiter in weniger populäre Regionen Südostasiens geht.

Die Ankunft am Flughafen verläuft wider Erwarten noch sehr entspannt. Dank Zugang zum Priority Schalter haben wir unser Visum in Null Komma nichts und können uns ins Getümmel stürzen. Als Stützpunkt unserer Erkundungen soll aufgrund des unschlagbar günstigen Hotelpreises ein exklusives 5-Sterne-Resort direkt am Mekong herhalten, das unserem ansonsten bodenständigen Asienurlaub einen Hauch von Luxus einhauchen soll. Wie bereits so oft auf unseren Reisen festgestellt, ist aber nicht alles Gold, was glänzt. Nicht geglänzt hat definitiv der gigantische halbfertige Betonklotz, der direkt an unseren luxuriösen Traum angrenzt und jeden Tag ein paar weitere Meter gen Himmel wächst – selbstverständlich mit den dazugehörigen Geräuschen. An Entspannung am Pool im tropischen Garten des Hotels, der auf der Website als „ruhiger Erholungsort abseits vom Trubel der Stadt“ beworben wird, ist nicht zu denken. Dass unser Zimmer trotz des angebrochenen Nachmittags noch nicht bezugsfertig sind, trägt auch nicht gerade zur Besserung der etwas angeschlagenen Stimmung bei. Die kostenlose Fußmassage in der Hotellobby kommt da gerade recht.

 

Nach ein paar entspannten Stunden am Pool wollen wir am Abend auf die andere Seite des Mekong übersetzen. Im Hotel verspricht man uns, im gegenüberliegenden „Asiatique“ einen authentischen, thailändischen Night Market vorzufinden. Leider scheinen außer uns aber nur blinde Seniorengruppen in besagtem Hotel abzusteigen, wie sonst ließe sich das Wort „authentisch“ in Zusammenhang mit „Asiatique“ erklären? Denn was wir auf der anderen Seite des Flusses vorfinden, ist eine exklusive Touristenattraktion, die immer darauf bedacht ist, den westlichen Standard aufrechtzuerhalten und zudem versucht, mit italienischer Küche, überteuertem Bier und einem Riesenrad à la London Eye sich das Geld der wohlhabenden Touristen einzuverleiben. Dagegen ist sogar Madinat Jumeirah authentisch.

Authentisch wird es dann erst am nächsten Morgen. Auf der Suche nach einem Geldautomat führt uns unsere Reise zunächst durch einen riesigen Urinsee, bis wir schließlich das heutige Ziel, mit thailändischen Baht in der Tasche, erreicht haben: den Königspalast. Der 1782 erbaute Komplex zieht uns völlig in seinen Bann, sodass die gigantischen Touristenmassen sowie die, unter der langen Kleidung deutlich spürbaren, Außentemperaturen weit jenseits der 30 °C schnell vergessen sind:

Bei strahlendem Sonnenschein geht es schließlich weiter zum Wat Arun, den wir auf diversen Bootsfahrten bereits vom Mekong aus bestaunen konnten. Dort angelangt, sind wir positiv überrascht: Kaum Touristen, der Aufstieg auf den Turm ist trotz Bauarbeiten möglich und der Ausblick atemberaubend:

Wieder festen Boden unter den Füßen, zieht es uns anschließend zum Siam Plaza. Dabei handelt es sich um ein luxuriöses Einkaufszentrum, das zwar weniger zum Shoppen geeignet ist, dafür aber ideale Voraussetzungen bietet, die Mittagshitze in klimatisierten Räumen zu überbrücken. Bei einer thailändischen Restaurantkette kommen wir endlich in den ersten Kontakt mit der vielgelobten Landesküche. Authentisch und magenfreundlich versprechen wir uns diese in Anbetracht der zahlreichen thailändischen Schüler und Studenten sowie des luxuriösen Interieurs. Wohlweislich bestelle ich meine Suppe „non spicy“, während mein Gatte mit einem abschätzigen Lächeln auf den Lippen auf diesen Sonderwunsch verzichtet. Das Essen verläuft daraufhin ähnlich, wie bei unserem ersten gemeinsamen Besuch eines Sushi-Restaurants, bei dem er eine ganze Wasabi-Kugel auf einmal verschlungen hat. Fünf Flaschen Wasser später können wir zurück ins Hotel, wo wir den Abend bei ungefährlicher, polynesischer Küche ausklingen lassen.

Der letzte Abend steht ganz unter dem Motto „Backpacker“. Denn trotz unserer luxuriösen Unterkunft schmuggeln wir uns unter die zahlreichen Rucksacktouristen der berühmt-berüchtigten Khao San Road. Naja, zumindest haben wir angenommen, dass diese dort vorzufinden sind. Alles, was wir zu Gesicht bekommen, sind jedoch Familien mit Kindern, die den kleinen Geschäften, Bars und Restaurants, die die Straße säumen, interessierte Besuche abstatten. Erst ein paar Seitenstraßen weiter finden wir dann schließlich, was wir gesucht haben, denn neben Eintrittskarten zu Ping Pong Shows und gruseligen Tattooläden gibt es hier auch zahlreiche Bars, in denen wir unser Tiger Bier zum Spottpreis genießen und ganz umsonst auch in interessante Gespräche mit Backpackern aus der ganzen Welt verwickelt werden. Genauso haben wir uns Thailand (schließlich habe wir „The Beach“ gesehen) vorgestellt!

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