Abenteuer Tankstelle

Tanken in Dubai sollte jedem Europäer eigentlich ziemlich viel Freude bereiten. So werden für eine komplette Füllung des schwarzen Goldes umgerechnet gerade einmal 20 Euro fällig und ein Tankwart sorgt dafür, dass man nicht einmal das Auto verlassen muss. Leider hält die Freude darüber in der Realität aber nicht lange an, denn Tanken ist hier in Dubai ein Abenteuer…

Wenn die Tanknadel nur noch bei der Hälfte der Anzeige steht, wird es kritisch. Denn es nun noch rechtzeitig zu schaffen, eine Tankstelle zu finden, ist beinahe unmöglich. Wobei „finden“ eigentlich nicht ganz der passende Ausdruck für das Dilemma ist. Sehen kann man die Tankstellen entlang der Highways nämlich in Hülle und Fülle. Leider ist es dann aber auch schon zu spät. Sobald eine Tankstelle ins Blickfeld rückt, weiß der kundige Dubaianer, dass er vor mindestens drei Kilometern hätte abfahren müssen. Hat man es versäumt, sich im Vorfeld darüber zu informieren, welche Ausfahrt zu einer Tankstelle führt, kann die Autofahrt auch mal mit leerem Tank auf dem Standstreifen enden. Von dort geht es dann mit dem Taxi zur Tankstelle und nach erfolgreichem Kanisterkauf (wobei auf keinen Fall der billigste Kanister gekauft werden sollte – dieser hat nämlich keinen Schlauch) wieder zurück zum Standstreifen. Richtig ungünstig wird es, wenn die Tanknadel mitten in der Wüste auf die halbe Anzeige rückt. Oder wenn man kein Bargeld mit sich führt. In diesem Fall bekommt man an 90 Prozent aller Tankstellen der Stadt nämlich schlichtweg keinen Sprit, da Karten nicht akzeptiert werden (über das Dilemma der Bankautomaten wird an späterer Stelle berichtet). Wer es doch zufälligerweise schafft, an einer der wenigen Tankstellen zu landen, die im letzten Jahr (!) die Kartenzahlung eingeführt haben, muss sich auf eine weitere Absurdität gefasst machen. Der PIN muss in diesem Fall nämlich für jeden laut hörbar über die gesamte Tankstelle geschrien werden, damit der Tankwart diesen in das Lesegerät eingeben kann.

Noch schlimmer wird es immer dann, wenn man an der Tankstelle sein Auto auch noch waschen lassen möchte. Dieser Versuch kann locker zwei Stunden oder mehr in Anspruch nehmen. Das übliche Szenario sieht wie folgt aus: Die ersten 3-5 Mal, die man es rechtzeitig schafft abzufahren, gelangt man an Tankstellen ohne Waschanlage. Mit viel Glück kommt dann als nächstes eine Tankstelle mit automatischer Waschstraße, deren Benutzung aufgrund des allgegenwärtigen Sandes aber leider einem Abschleifen des Lackes gleich kommt und daher nur für alte oder ungeliebte Autos zu empfehlen ist. Beim nächsten Versuch nimmt man eine Ausfahrt zu früh, was zu einem 30-minütigen Umweg führt. Und an der folgenden angefahrenen Tankstelle gibt es zwar eine manuelle Waschbox – leider aber auch eine Schlange, die bis nach Abu Dhabi reicht. Aufgegeben wird meistens dann, wenn die Irrfahrt zu einer geschlossenen Tanke geführt hat und die Spritanzeige wieder bei der Hälfte steht.

Im Notfall verzichtet man also einfach auf die Autosäuberung – auch wenn es nicht lange dauern wird, bis es heißt „Your car is dirty. You have to pay fine!“

 

 

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