Alles Roger in Kambodscha!

Das Land der tausend Tempel hat viel mehr zu bieten als Angkor Wat, Herzstück des antiken Khmer-Reichs. Mitten im Dschungel warten zahlreiche kleine und große Tempelanlagen darauf, entdeckt zu werden und die atemberaubende Landschaft gibt uns den Rest – wir sind ihm restlos verfallen, dem kleinen Königreich Südostasiens!

Das kann ja heiter werden! Bereits bei unserer Ankunft in Kambodscha kann ich mehrere Moskitostiche verzeichnen, die ich mir beim Warten an der Passkontrolle im Gebäude zugezogen habe. Und das, obwohl wir uns dort nicht lange aufhalten mussten. Denn obwohl das Flughafengebäude beinahe aus allen Nähten platzt, verläuft der Einreiseprozess unerwartet einfach und unkompliziert – dank zuvor beantragtem e-Visum. Ansonsten würden wir in Anbetracht der gigantischen Touristenmassen und des einzigen geöffneten Schalters vermutlich heute noch in der Moskitohalle stehen. Dieses Mal scheint aber ausnahmsweise alles glatt zu gehen, denn auch der Fahrer, der uns zu unserem Hotel bringen soll, wartet bereits auf uns. Obwohl er lange Zeit hatte, sich über unser Hotel zu informieren (er wartet aus unerklärlichen Gründen angeblich bereits seit 4 Stunden) fahren wir zunächst zweimal zu einem falschen Hotel, bevor er uns wieder zum zuerst angefahrenen Hotel bringt, das wohl doch richtig war und sich an einem Feldweg mitten in der Pampa befindet. Da es bereits weit nach Mitternacht ist, ist es uns herzlich egal, ob es sich um das gebuchte Hotel handelt – Hauptsache es gibt ein Zimmer. Das Design unserer „Suite“ ist zwar etwas gewöhnungsbedürftig (das Bett besteht aus einer Matratze am Boden und die Toilette befindet sich aus unerklärlichen Gründen mitten im Raum), das leckere Frühstück am nächsten Morgen macht dies aber wieder wett.

Bereits um 8 Uhr sind wir mit unserem Guide verabredet, der uns Siem Reaps Tempel zeigen soll. Doch auch um halb 9 ist von ihm noch nichts zu sehen. Durch einen glücklichen Zufall finden wir heraus, dass es sich bei unserem Guide um die winzige Kambodschanerin handelt, die schon seit geraumer Zeit in der Lobby sitzt und mit ihrem Hut spielt. Nachdem alle Klarheiten beseitigt und ein zweiter Satz Klamotten in den Rucksack gepackt wurde (für die Besichtigung von Angkor Wat muss man als Frau mal wieder schwitzen), geht es endlich los.

Zunächst geht es allerdings zum Ticketschalter, wo uns unsere Glückssträhne weiter verfolgt. Denn da wir ein Mehrtagesticket kaufen, können wir uns an der kurzen Schlange anstellen und sparen dadurch locker zwei Stunden. Und dann geht es endlich los mit der Tempeltour, die unsere Kambodschanerin für eine ausgiebige Fototour mit unserer Spiegelreflexkamera nutzt (es folgt eine kleine Rangelei um die Kamera) und uns in Staunen versetzt:

Angkor Wat

Erster Anlaufpunkt unserer Tour ist die bekannteste aller Tempelanlagen: das im 12. Jahrhundert errichtete Angkor Wat. Die Touristenmassen sind hier unumgänglich, handelt es sich doch um das größte religiöse Bauwerk der Welt. Und das ist unser Glück, denn auf dem riesigen Areal (203 Hektar!) verlieren sich die Massen nach einiger Zeit.

Angkor Thom

Anschließend geht es weiter nach Angkor Thom, was nicht weniger beeindruckend ist. Die Stadt ist von einem Wassergraben umgeben, der einen Umfang von 13 Kilometern misst. Kein Wunder also, dass es sich bei Angkor Thom um das eigentliche Prunkstück des vergangenen Khmer-Reichs handelt.

Bayon

Bayon befindet sich innerhalb von Angkor Thom und war für uns das klare Highlight. Es handelt sich hierbei um den ersten Staatstempel, der Buddha geweiht war. Von den ursprünglich 49 Gesichtertürmen, die den Tempel schmücken, sind heute noch 37 erhalten – ein unvergesslicher Anblick.

Baphuon

Ebenfalls innerhalb von Angkor Thom, nämlich nördlich von Bayon, befindet sich der Pyramidentempel Baphuon. Der Tempel wird zur Zeit renoviert, wir hatten aber Glück und konnten ihn von der Rückseite dennoch besichtigen. Mit 24 Metern Höhe ist Baphuon das zweitgrößte Bauwerk in Angkor. Die Prognosen stehen aber nicht gut, Experten glauben, dass der Tempel irgendwann unter seinem eigenen Gewicht zusammenbrechen wird:

Ta Phrom

Auch Ta Phrom erfreut sich großer Beliebtheit, was wahrscheinlich daran liegt, dass er als Kulisse für die Tomb Raider Filme genutzt wurde. Was ursprünglich als buddhistisches Kloster gebaut wurde, ist heute eine vom Dschungel umschlossene Ruine, die von Würgfeigen und Baumwollbäumen umklammert wird:

Unsere Tempeltour neigt sich – für den heutigen Tag – seinem Ende zu und wir sind froh, unsere müden Füße noch etwas am Pool entspannen zu können. Denn am nächsten Tag geht es bereits um 6 Uhr weiter. Abseits der Touristenpfade wollen wir die Landschaft rund um Siem Reap zu Pferd erkunden und stoßen dabei auch auf einige kleinere Tempel, die von den Touristen gänzlich vergessen wurden. Der Ausritt ist definitiv das authentischstes Erlebnis unserer Kambodscha-Reise:

Banteay Srei

Im Anschluss an unsere Erkundungstour erwartet uns im Hotel bereits unser fotografiebesessener Guide und gemeinsam machen wir uns auf den Weg nach Banteay Srei. Der kleine hinduistische Tempel aus dem 10. Jahrhundert wird von uns sofort zum Lieblingstempel gekürt. Und das liegt nicht nur an dem rosafarbenen Sandstein, sondern vor allem an den filigranen Reliefarbeiten, die wir so sonst nirgends zu Gesicht bekommen haben.

Östlicher Baray

Zuletzt folgt schließlich die Besichtigung der Tempel rund um den östlichen Baray, einem großen Stausee:

Unser Urlaub könnte bei dem kambodschanischen Dinner am Abend so schön zu Ende gehen, hätten wir nicht durch Zufall erfahren, dass unser Flug am frühen nächsten Morgen gecancelled wurde. So verbringen wir unsere letzten Stunden in Kamboscha also damit, verzweifelt verschiedene Airlines anzurufen, damit wir unseren Anschlussflug in Bangkok erreichen können. Irgendwie haben wir auch dieses Mal Glück und erwischen in letzter Sekunde unseren Flieger nach Dubai, wo uns statt sattgrünem Dschungel und Tempel wieder Wüste und Moscheen erwarten.

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