„Dubai English“ – eine Sprache für sich

Jede Stadt hat ihre Tücken. So hat beinahe jeder, der in Dubai ankommt, erst einmal mit Sprachproblemen zu kämpfen. Und damit sind nicht die fehlenden Arabischkenntnisse gemeint, sondern „Dinglish“, das in Dubai gesprochene Englisch. Es handelt sich dabei um einen Mix aus (teilweise veraltetem) Englisch mit arabischen, philippinischen und Hindi-Elementen. Mit der folgenden Vokabelliste wird der nächste Dubai-Urlaub jedoch zum Kinderspiel:

Hello mamsir – Allgemeine Begrüßung in Dubai. Erspart dem anderen herauszufinden, ob der Gegenüber ein Mann oder eine Frau ist.

What is your goodname? – Die richtige Antwort auf diese Frage ist der eigene Name, ob nun Vor- oder Nachname spielt keine Rolle. Empfehlenswert ist es, den einfacheren auszuwählen („Eberhardine Stein“ wäre mit ihrem Nachname gut beraten. Wer wie ich ein deutsches „J“ in der Mitte des Vornamens sowie einen unaussprechlichen Nachnamen hat, sollte dazu übergehen, sich umzunennen, da ansonsten ganz wüste Produkte wie „TAAAANTSCHA“ entstehen).

Inshalla – Zu deutsch „so Gott will“. Antwortet jemand auf eine Frage mit „Inshalla“ kann man sich aber beinahe sicher sein, dass das Gefragte nicht geschehen wird (zum Beispiel die Reparatur der Klimaanlage). Oder doch?

Same same – Es funktioniert einfach besser, wenn dieses Wort zwei Mal ausgeprochen wird. Ist einfach so.

Yalla habibi – Auf geht’s/los, mein Schatz. Die Wörter werden häufig auch einzeln verwendet, wobei die Bezeichnung „habibi“ auch einem Bekannten oder völlig Fremdem zugeordnet werden kann. So war ich auch schon der „habibi“ eines Beamten bei der Visastelle.

Real, genuine fake – In Karama werden sie zuhauf angeboten, die genuine fakes. Gemeint ist damit die Kopie z.B. einer Handtasche. Aber nicht nur irgendeine Kopie. Eine richtige Kopie.

Updatation – „Update“ wird in Dubai nicht als anständiges Substantiv betrachtet. Ist doch ganz klar: Die Endung fehlt! Also schnell ran damit!

Have you come by walking? – Die richtige Antwort auf diese Frage ist „Nein“, da in Dubai niemand jemals zu Fuß unterwegs ist. Außer in absoluten Notfällen. Dennoch bekommt man den Satz immer mal wieder zu hören. (Unsere ehemaligen Besucher wissen auch, warum…)

Prepone – Was man verschieben kann, muss man auch vorverlegen können. Geht ja im Deutschen auch!

Diese (unvollständige) Liste zeigt: Wer nach Dubai kommt, um sein Englisch zu verbessern, ist fehl am Platz. Die unwillkürliche Übernahme obiger (und weiterer) Wörter in den eigenen Wortschatz würden jedem englischen Muttersprachler die Haare zu Berge stehen lassen. Aber wer braucht auch heutzutage noch real, genuine English? Dinglisch ist das neue Englisch!

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