Kobe – japanisches Schlaraffenland

Exzellente Gerichte und herausragende Küche bekommt man in Japan überall. Wer dem kulinarischen Vergnügen ein Sahnehäubchen aufsetzen möchte, begibt sich aber nach Kobe. Im Schlaraffenland Japans trifft man zwar nicht auf Honigflüsse oder fliegende, gebratene Hühnchen. Der Legende nach sollen die Steaks hier aber von liebevoll aufgezogenen Rindern stammen, die ausschließlich mit Bier getränkt und stundenlang massiert wurden. Wir gehen dem Mythos auf die Spur!!

Bevor wir es aber in ein Restaurant an diesem paradiesischen Ort schaffen, genehmigen wir uns erst einmal eine Bento-Box aus dem Supermarkt zum Frühstück. Schließlich haben wir noch eine mehrstündige Fahrt mit Japans schnellstem Landtransportmittel vor uns, bevor es so weit ist. Und die ansehnlich als Geschenk verpackten Lunchpakete sind uneingeschränkt zu empfehlen!

Als wir schließlich in Kobe ankommen, werden wir von einem gewaltigen Sturm und peitschendem Regen empfangen – so hatten wir uns das irgendwie nicht vorgestellt. Glücklicherweise befindet sich unser Hotel direkt neben dem Bahnhof, sodass wir problemlos unser Gepäck abladen können, bevor das sagenumwobene Rindfleisch probiert werden soll. Da wir für das Essen ungern so viel wie für den gesamten Flug ausgeben möchten, entscheiden wir uns für Kobe-Beef zum Lunch (da es um diese Uhrzeit nur halb so viel kostet). In dem Komplex, in welchem sich auch unser Hotel, das ANA Crown Plaza befindet, gibt es mit WAKKOQU eine vergleichsweise preiswerte Option, das vielgelobte Steak zu kosten. Mittagsmenüs werden hier bereits ab 30 Euro angeboten, beinhalten dann aber „nur“ Wagyu-Rind. Wir entscheiden uns für das „richtige“ Kobe-Beef, das es mit Suppe, Vorspeise, Salat, Beilage und Kaffee bereits für 80 Euro pro Person gibt.

Bevor es schließlich ans Eingemachte geht, heißt es warten. In dem Restaurant gibt es nur einen Koch und der bedient jeden Gast ganz exklusiv. Schließlich sind wir an der Reihe und die Teppanyaki-Platte vor uns wird zum Leben erweckt. Zunächst brät uns der Koch hierauf allerhand Gemüse an, bis schließlich das Fleisch selbst an der Reihe ist. Kunstvoll filetiert er das Fleisch und erhitzt jeweils nur mundgerechte Stücke. Diese werden medium-rare und – wie sollte es anders sein – mit Stäbchen verspeist. Einige Stücke des Fleisches werden nur mit Salz, andere mit Sojasauce oder einem Essiggemisch gewürzt – wir erhalten von unserem Koch exakte Instruktionen, wann was zu verwenden ist.

Doch was ist nun dran an dem Mythos mit den biertrinkenden, tiefenentspannten, verwöhnten Rinder? Kurz gesagt: Er ist, genauso wie die Legende der 7 Sterne des Burj al Arab, eine ausgeklügelte Marketingaktion, die aber leider keinen Funken Wahrheit enthält. Dabei wäre die Flunkerei gar nicht nötig gewesen, denn eine einmalige Stellung nimmt das Kobe-Rind allemal auf dem Fleischmarkt ein. Aufgrund seines minimalen Anteils an gesättigten Fettsäuren gilt es als gesündestes Rindfleisch der Welt, dass den Tieren keine Antibiotika oder Wachstumshormone gefüttert werden, trägt ebenfalls dazu bei. Tatsache ist auch, dass kein anderes Rindfleisch eine solch ausgeprägte Marmorierung aufweist wie das Kobe-Beef. Und das Fleisch sieht nicht nur herausragend aus – es schmeckt auch so!!

Nach dem ausladenden Mittagessen kommt eine kurze Entspannungsrunde auf dem Hotelzimmer ganz recht, vor allem, da der Regen uns heute einen Strich durch die Rechnung macht. Der geplante Besuch der Nunobiki Falls ist leider nicht möglich, der Wanderweg wegen des schlechten Wetters geschlossen. Um wenigstens noch ein bisschen mehr von Kobe zu sehen, machen wir uns am Abend trotz Regen auf den Weg in die Stadt, vorbei an einem Stadtonsen und zur Vergnügungsmeile des Maritime Parks. Aufgrund des Wetters ist dieser jedoch völlig verwaist, sodass es auch uns bald darauf zurück zieht. Schließlich wartet der Zug am frühen nächsten Morgen bereits auf uns. Nächster Programmpunkt: Wandern auf dem Mount Fuji und anschließend im heißen Onsen entspannen.

Übrigens: Exzellentes Steak gibt es auch in Dubai. Erst am jetzigen Wochenende haben wir im Marriott Marquis Hotel das Restaurant Prime 68 entdeckt. Die Küche unter Schweizer Leitung ist exzellent und wer einmal in den Genuss von Wagyu-Beef kommen möchte, sollte es hier kosten. Mit 400 bis 1700 AED is(s)t man dabei. Wenn man bedenkt, dass man damit den Flug nach Japan spart, sind die Preise recht günstig. Und wer auf das japanische Prädikatssiegel verzichtet, bekommt exzellentes Filet auch von amerikanischen oder französischen Rindern. Ab 230 AED.

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