One Night in Paris

Die Pariser Bevölkerung hat ihrer Stadt den Rücken gestärkt, als sie sich direkt nach den Anschlägen im November 2015 auf den Straßen ihrer Stadt versammelte, um den Opfern zu gedenken und sich nicht von den Terroristen einschüchtern ließ. Leider mussten wir bei unserem Besuch Mitte Dezember aber feststellen, dass letzteres jedoch viele Touristen getan haben – die Metropole an der Seine schien wie leer gefegt, Warteschlangen vor den bekannten Sehenswürdigkeiten der Stadt suchte man vergeblich. Dabei gibt es wohl derzeit keinen besser bewachten Ort in Europa als Paris. Das Militär ist allzeit präsent und wir konnten unsere Erkundungstour ohne schlechtes Gefühl in öffentlichen Verkehrsmitteln und zu Fuß zurücklegen. Daher der Appell an alle Besucher: Storniert eure Reisen nicht, sondern zeigt Paris statt mit sinnlosen Facebook-Profilbildern lieber mit eurer Präsenz die Anteilnahme, die es verdient! Inspirationen für die Besichtigung einer der schönsten Städte der Welt liefern hoffentlich die folgenden Zeilen und Fotos.

Nach einem anstrengenden Nachtflug von Dubai über Doha landen wir erschöpft aber glücklich am frühen Morgen am Pariser Flughafen Charles de Gaulles. Eine Pause genehmen wir uns nicht, schließlich haben wir nur eine Übernachtung gebucht; am Nachmittag des nächsten Tages soll es für uns bereits wieder weitergehen. So geben wir nur kurz unser Gepäck im Hotel auf und begeben uns direkt im Anschluss auf Erkundungstour. Unser erster Anlaufpunkt sind die Inseln auf der Seine, auf der sich eines der wohl bekanntesten Bauwerke der Stadt befindet: Notre Dame. Bevor wir die große Dame zu Gesicht bekommen, genießen wir allerdings erst den Ausblick von Pont Neuf und tauchen im Anschluss in die Welt von Marie Antoinette ein. Denn diese wurde in der Conciergerie gefangengehalten. Leider wird das berühmte Gefängnis derzeit renoviert, sodass sich der Eintrittspreis von 8,50 Euro nicht so ganz lohnt. Mehr als die imposanten Hallen bekommt man nicht zu Gesicht und diese könnte man theoretisch auch bewundern, ohne Eintritt zu bezahlen.

Von außen bewundern wir auch die Sainte-Chapelle aus dem 18. Jahrhundert, bevor wir schließlich beim Highlight der Île de la Cité angelangen. Nur wenige Menschen befinden sich auf dem großen Platz vor der gotischen Kathedrale und ohne Anzustehen, gelangen wir ins Innere eines der bekanntesten Bauwerke von Paris. Mit ihren bunten Glasfenstern, von denen die drei Rosenfenster am bekanntesten sind, ist Notre Dame von innen noch deutlich beeindruckender als von außen. Der Eintritt ist übrigens kostenlos. Lediglich, wer die Aussicht vom Nordturm der Kathedrale genießen möchte, muss ein Eintrittsgeld von 8,50 Euro zahlen. Das Geld ist eine gute Investition, denn gemeinsam mit max. 15 weiteren Personen genießt man von hier oben nicht nur einen einmaligen Blick über Paris, sondern sieht sich auch zahlreichen gruseligen Wasserspeiern gegenüber und kann „Emmanuel“ im Glockenturm besuchen. Nach oben (und später natürlich auch wieder nach unten) geht es über 422 Stufen – das Mittagessen im Anschluss hat man sich also wirklich verdient.

Nach eine kurzen Abstecher zur Brücke Pont l’Archevêché, an deren Geländer tausende Schlösser von Liebespärchen Platz gefunden haben, geht es für uns über die Pont St.-Louis zum wohlverdienten Mittagessen im Restaurant „Les Fous de l’Île“. Hier genießen wir zum kleinen Preis unerwarteterweise das beste Essen unseres Paris-Aufenthalt. Die angebotenen Menüs (wahlweise zwei oder drei Gänge) sind uneingeschränkt zu empfehlen, besonders angetan hat es uns die Ente. Die wundervolle Atmosphäre der Île St-Louis sollte zu einem anschließenden Schaufensterbummel genutzt werden. Neben kleinen Souvenirshops und Bekleidungsgeschäften gibt es hier auch allerlei Feinkostläden, die einem trotz vollem Magen das Wasser im Mund zusammenlaufen lassen.

Schließlich wird es Zeit für eine kurze Ruhepause im Hotel. Mit dem Le Cinq Codet haben wir es außerordentlich gut getroffen und können von hier am Abend sogar zu Fuß zum Eiffelturm gehen. Auf keinen Fall verpassen sollte man das Funkeln der 20.000 goldenen Lichter, das immer zur vollen Stunde die Stadt erhellt. Den besten Blick auf das Spektakel hat man vom gegenüberliegenden Jardin du Trocadéro und mit einem frischen Crèpe in der Hand (zum Beispiel vom Kiosque Varsovie) wird der Anblick auch zum kulinarischen Höhepunkt.

Früh am nächsten Tag geht es für uns weiter zum Louvre. Unser Ziel: Pünktlich zur Öffnung um 9 Uhr da sein, um den Menschenmassen zu entgehen. Menschenmassen finden wir allerdings keine, stattdessen sind wir so ziemlich die einzigen Menschen in der Galerie du Carrousel und kaufen an einem Kiosk ohne Probleme unser Louvre-Ticket, das uns einen Einlass ohne Warten ermöglichen soll. Leider wird daraus aber nichts, da wir am menschenleeren Eingang darauf hingewiesen werden, dass Einlass heute erst ab 10 Uhr ist. Nun gut, also Planänderung und auf nach Montmartre, wo wir uns die Basilika Sacre Coeur anschauen. Auch hier sind wir fast die einzigen Besucher; außer uns hat sich an diesem Morgen nur noch ein japanisches Pärchen auf den Berg gewagt, um die Aussicht auf Paris zu genießen und die Basilika zu besichtigen.

Die beinahe schon gespenstische Stille, die über der Stadt liegt, verfolgt uns auch auf unserem Rückweg zum Louvre und die allererste Menschenansammlung unseres Paris-Aufenthalts sehen wir nun vor dem Eingang in der Galerie du Carrousel. Da wir unser Ticket bereits in der Hand halten, geht es für uns jedoch weiter nach oben zum Haupteingang (Glaspyramide), wo wir direkt durchgehen und uns nun ganz der Kunst hingeben können. Übrigens: Wer nur wenig Zeit für einen Besuch des Louvre mitbringt, sollte unbedingt im Voraus einen Blick auf die Karte werfen und sich eine geeignete Besichtigungsroute zurecht legen. Die wichtigsten und beliebtesten Stücke sind die Mona Lisa (Raum 6, 1. Stock) sowie die Venus von Milo (Raum 16, Erdgeschoss), aber auch die Nike von Samothrake sowie die zahlreichen italienischen Gemälde aus dem 13.-15. Jahrhundert von bekannten Künstlern wie Raphael oder Botticelli locken regelmäßig zahlreiche Besucher an – normalerweise. Wir genießen den Anblick jedoch ohne den üblichen Menschenandrang – beinahe fühlt es sich wie eine Privattour durch das bekannteste Museum der Welt an.

Letzte Anlaufstelle unseres Paris-Ausflugs sind am Nachmittag schließlich der Arc de Triomph und die Champs Élyseés. Nicht zu empfehlen ist hier übrigens das „Le Bistro Marbeuf“ – außer man steht auf fetttriefendes Essen im Fast Food-Stil zu französischen Preisen.

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