Kurztrip nach Sardinien

Reisen nach Sardinien haben wir bereits einige gemacht – vor allem M., dessen Familie ursprünglich von der paradiesischen Insel stammt. Dennoch entdecken wir im letzten Sommer auch viel Neues auf der Mittelmeerinsel und können uns zudem über ein paar entspannte Tage an Europas schönsten Traumstränden freuen.

Olbia

Unsere Reise über die Insel beginnt in Olbia, wo wir nach einer Nacht auf der Fähre, die uns in acht Stunden von Livorno auf die Insel befördert hat, ankommen. Leider gibt es an der Anlegestelle aber keine Mietwagenstation, weshalb wir uns von hier erst einmal ein Taxi zum Flughafen nehmen müssen, um unser gebuchtes Auto abzuholen. Doch auch hier geht es – ganz dem Inselleben entsprechend – gemächlich zu. Der Mietwagenschalter ist zwar bereits besetzt, jedoch weist uns der Mitarbeiter mürrisch darauf hin, dass erst ab 8 Uhr geöffnet sei. Nun gut, nach einem schnellen, italienischen Frühstück kommen wir schließlich zurück und um 8.10 Uhr bewegt sich der Mietwagenschaltermann langsam, studiert gemächlich unsere Buchung und händigt uns schließlich den Schlüssel für unseren Fiat aus. Die immer größer werdende Schlange hinter uns (gerade ist ein Ferienflieger gelandet) bringt ihn dabei natürlich nicht aus der Ruhe.

 

Arzachena

Von Olbia aus geht es für uns im Anschluss in das Städtchen Arzachena, wo wir im historischen Stadtkern über den Wochenmarkt schlendern und uns ein zweites, etwas ausgiebigeres Frühstück gönnen. Insgesamt geht es hier aber schon deutlich touristischer zu als im Süden der Insel, wo wir sonst normalerweise unseren Urlaub verbringen. Lange bleiben wir daher nicht, sondern fahren bald wieder weiter auf das Weingut „Cantine Surrau“, wo wir zunächst an einer interessanten Führung durch das Gut teilnehmen und im Anschluss die bekannten, sardischen Rot- und Weißweinsorten Cannonau und Vermentino testen. Führung und Weinprobe sind kostenlos, allerdings stellen wir später beim Besuch eines Supermarktes fest, dass die Flasche Vermentino, für die wir auf dem Weingut stolze 22 Euro hingelegt haben, dort bereits für 15 Euro zu haben ist…

Am anschließenden Mittagessen in dem Restaurant „Vecchio Mulino“, das sich zwischen dem Weingut und Arzachena befindet, haben wir hingegen nichts auszusetzen. Vielmehr handelt es sich tatsächlich um das beste Essen, das wir während unserer Reise in Sardinien aufgetischt bekommen. Für gerade einmal 33 Euro gibt es mit Ricotta gefüllte Ravioli, Gnocchi sardi mit Salsiccia, einen gigantischen Salat, Wein, Wasser und Espresso.

 

Budoni

Die ersten beiden Nächte in Budoni, unserem eigentlichen Reiseziel, verbringen wir in einem netten Bed&Breakfast, das sich einige Kilometer vom eigentlichen Ort entfernt auf einem Berg befindet. Von hier ist der Ausblick ins Tal wundervoll, zudem können wir einige ruhige Stunden am idyllischen Pool der Villa genießen. Etwas lauter geht es hingegen am Meer zu, wo wir endlich auf  „la famiglia“ treffen und der Urlaub so richtig ins Rollen kommt. Budoni selbst ist ein Touristenort, weitaus weniger authentisch als die Hauptstadt Cagliari im Süden, dafür aber an der bekannteren Ostküste der Insel gelegen, nicht weit entfernt vom Jetset-Hotspot Porto Cervo. Da wir diesen bereits während einer unserer vorherigen Sardinien-Urlaube kennenlernen konnten und uns das italienische Klein-Dubai bereits damals nicht wirklich gefallen hat, verzichten wir auf einen erneuten Besuch. Dafür erkunden wir den Agriturismo „La Mindaredda“, wo für 30 Euro pro Person sardische Spezialitäten serviert werden, darunter Antipasti, Ravioli, Pasta, Gulasch, Spanferkel, Dessert, Obst, Espresso, Wein und natürlich der lokale Likör Mirto. Die Menge an Essen war wirklich überwältigend, richtig vom Hocker gehauen haben uns die Gerichte allerdings nicht. Dennoch ist der Besuch eines solchen Agriturismo ein schönes Erlebnis. Wer einige Tage im Voraus reserviert, findet mit Sicherheit auch noch bessere Möglichkeiten, sardisches Essen direkt auf dem Bauernhof zu kosten.

 

Cagliari

Nach ein paar weiteren, entspannten Tagen in Budoni zieht es uns dann doch noch nach Cagliari und wir schnappen uns unseren Mietwagen, um für eine Nacht ans andere Ende der Insel zu fahren. Auf dem Weg dorthin wollen wir uns noch die bekannte Tropfsteinhöhle „Blu Marino“ ansehen. Im Örtchen Cala Gonone, von wo die Bootstouren zu der Grotte starten, müssen wir aber feststellen, dass es nicht einmal mehr einen Platz zum Parken unseres Autos gibt und so geben wir den Plan wieder auf und fahren stattdessen direkt weiter in die sardische Hauptstadt.

Unser Hotel „Il Gallo Bianco“ befindet sich nah an der historischen Innenstadt, zum Stadtstrand Poetto müssen wir von hier aber mit dem Auto fahren. An diesem hat sich seit unserem letzten Besuch einiges verändert. Zahlreiche neue Restaurants und Bars sowie palmengesäumte Straßen finden sich entlang des 10 km langen Stadtstrandes. Wir nutzen die neue Infrastruktur auch sogleich, um uns bei sardischem Bier und Apérol Spritz zu erfrischen.

Am nächsten Tag steht schließlich ein Ausflug in die Altstadt auf dem Programm, wo wir das Castello, die Cattedrale di Santa Maria, den Torre dell’Elefante und die kleinen Gässchen und Straßen bestaunen. Cagliari hat nichts von seinem Flair und seiner einmaligen Atmosphäre verloren – trotz der vielen „zu verkaufen“-Schilder an den historischen Gebäuden.

 

Sonstiges Sehenswertes

Wir hatten dieses Mal nur fünf Tage Zeit für unsere Lieblingsinsel – nicht genug, um den weiteren Highlights einen Besuch abzustatten. Besonders schön sind die Strände an der Südküste Sardiniens wie Solanas oder Villasimius. Aber auch die Stadt Alghero im Nordwesten der Insel ist ein Besuch wert.

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