Zypern – Osten und Zentrum

Zypern ist der ideale Ort, um der Hitze des Mittleren Ostens im Sommer zu entfliehen. Zwar ist es dann auch auf der Mittelmeerinsel recht warm, im Vergleich zu der Sauna am Arabischen Golf allerdings für unsere Verhältnisse angenehm kühl. Und das Beste: Man benötigt für den Flug nach Larnaka ab Dubai gerade einmal 3,5 Stunden. Grund genug, die Insel ein zweites Mal zu besuchen. Nachdem wir im vorigen Jahr bereits den Süden mit Limassol, den Westen mit Pafos sowie das Troödos Gebirge erkundet hatten, sind dieses Mal der Ostteil der Insel mit der Partystadt Agia Napa sowie Nicosia im Landesinneren – die letzte geteilte Hauptstadt der Welt – an der Reihe.

Agia Napa

Ausgangspunkt unserer Reise ist die Partystadt Agia Napa im Osten der Insel. Hier haben wir ein nettes, kleines Hotel in der Nähe des Makronissos Beach gefunden. Die Gegend rund um das Hotel ist recht ruhig, der Strand mit Liege-an-Liege sehr europäisch und das Zentrum der Partystadt ziemlich weit weg – was auch die Ruhe erklärt. Nach einem wundervoll entspannten Tag am Strand mit Mezze, Seafood und Sonne, schnappen wir uns am Abend also ein Taxi, um das berüchtigte Nachtleben Zyperns zu erkunden. Leider stellen wir bei unserer Ankunft im Zentrum Agia Napas fest, dass wir so ziemlich die ältesten Personen in der ganzen Stadt sind. Die meisten – minderjährigen – Mädels gehen hier direkt vom Strand zu Partymeile – im Bikini versteht sich – die Bars werben kreativ für ihre Lokalitäten, indem sie überall kostenlose Shots verteilen und zahlreiche Clubs versuchen, sich gegenseitig mit ihrer Musik zu übertönen. Zudem sollten die halbstarken Jungs Erwähnung finden, die in zu engen Badehosen durch die Stadt schlendern bzw. torkeln. Wir schauen uns das Spektakel ein paar Minuten fasziniert an, schließlich ist es schon eine ganze Weile her, dass wir außerhalb eines Luxushotels schamlos Betrunkene in der Öffentlichkeit beobachten konnten. Irgendwann wird uns das Treiben allerdings zu bunt und wir beschließen, ins Hotel zurückzufahren und den Party- in einen Sightseeing-Urlaub umzuwandeln.

Voll motiviert begeben wir uns daher am nächsten Morgen auch in aller Herrgottsfrühe zu Agia Napas bekanntestem Strand Nissi Beach, um diesen ohne das Partyvolk zu genießen. Ganz geht der Plan allerdings nicht auf, da besagtes Partyvolk neben Plastikbechern, Flaschen und anderem Müll auch ein paar Alkoholleichen zurückgelassen hat, die im Sand bewegungsunfähig ihren Rausch ausschlafen.

 

Tour durch die Dörfer

Nachdem Strand und Party rund um Agia Napa nicht ganz so unser Ding sind, beschließen wir, eine Tour mit dem Auto durch die umliegenden Dörfer zu machen. Starten soll unser Roadtrip eigentlich bei der Kirche Panagia Angelotktisti. Da wir diese aber irgendwie nicht finden können (die Straßenschilder auf Zypern sind meist ausschließlich mit dem griechischen Alphabet beschriftet, womit wir schon bei unserer ersten Reise einige Probleme hatten), schauen wir uns kurzerhand einfach irgendeine andere schöne Kirche an, die auf dem Weg liegt. Im Anschluss geht es weiter in das Fischerdorf Zygi, das neben einigen Fischtavernen auch eine nette Dorfmitte hat, die jetzt zur Mittagszeit aber natürlich verwaist ist. Über enge, gewundene Straßen geht es für uns daher immer weiter ins Zentrum, vorbei an einsamen Eseln, bemerkenswerten Landschaften sowie durch das schöne Dörfchen Kato Drys.

Unser eigentliches Tagesziel ist allerdings Lefkara, das in die beiden Orte Pano Lefkara und Kato Lefkara unterteilt ist. Nach einem kurzen Stopp bei einem kleinen Straßenrestaurant in Pano Lefkara, das unterwarteterweise exzellentes Essen serviert, geht es für uns weiter Nach Kato Lefkara. Dort erwarten uns idyllische Gässchen und atmosphärische Steinhäuser im venezianischen Stil. Zudem gibt es hier einige Geschäfte, die sich auf Spitze spezialisiert haben. Für diese sowie für Silberarbeiten ist Lefkara nämlich bekannt. Gerade die Spitze rühmt sich einer exzellenten Qualität, ist dafür aber auch nicht ganz günstig – zudem erinnern die Handarbeiten doch ziemlich an Oma-Vorhänge, weshalb wir uns nicht so ganz dafür begeistern können. Der idyllische Stadtkern Lefkaras entschädigt dafür aber und ist auf jeden Fall einen Besuch wert.

 

Nicosia

Auch am nächsten Tag wollen wir unsere Erkundungstour fortsetzen und entschließen uns, die Hauptstadt Zyperns zu besuchen. Das Besondere daran ist, dass es sich bei Nicosia um die einzige, geteilte Hauptstadt der Welt handelt. Während der südliche Teil zu Griechenland gehört, ist der nördliche Teil türkisch. Da unser Mietwagen aus versicherungstechnischen Gründen auf der griechischen Seite bleiben muss, parken wir diesen im Süden und erkunden die Stadt dann zu Fuß. Was sofort auffällt: Die griechische Seite wirkt deutlich gepflegter als die türkische. Und man gelangt deutlich leichter von der griechischen Seite in den türkischen Teil der Stadt. Dafür gibt es in der Türkei aber mehr zu sehen, zum Beispiel die Karawanserei Büyük Han. Diese diente zur Zeit des osmanischen Reiches zahlreichen Kaufleuten, Reisenden sowie ihren Tieren und Waren Schutz und Unterkunft. Heute befinden sich einige kleine Geschäfte und Restaurants hinter den Mauern. Auch bei der Selimiye Moschee handelt es sich um eine bekannte Sehenswürdigkeiten und praktischerweise befindet sich zudem ganz in der Nähe von Büyük Han. Bereits 1209 wurde damit begonnen, die Moschee, die wie eine Mischung aus gotischer Kirche und Moschee wirkt, errichtet. Zudem kommen wir auch am türkischen Dampfbad Büyük Hammam vorbei – angesichts 30 Grad und Sonne verzichten wir jedoch darauf, dieses auszuprobieren.

Vielmehr begeben wir uns zurück zur Grenze an der Ledra Street, die übrigens ausschließlich Fußgängern vorbehalten ist. Hier müssen wir jedoch erst einmal warten, da einigen russischen Touristen vor uns offensichtlich die notwendigen Visa für die Europäische Union fehlen. Doch da hilft auch alles Diskutieren nicht – ihnen wird die Einreise in den Südteil der Stadt verwehrt. Wir mit unserem deutschen Pass haben hingegen keine Probleme, wieder zurück nach Europa zu reisen und genießen unsere Reisefreiheit im Anschluss bei einem erfrischenden Apérol Spritz.

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