Sri Lanka – Hikkaduwa

Zum dritten Mal hat mich die kleine Insel im Indischen Ozean nun in ihren Bann gezogen. Und dieses Mal war es nicht nur die Schönheit der Natur, die mich auch im nächsten Jahr wieder zurückkommen lässt, sondern vor allem die Begegnungen mit ganz besonderen Menschen.

Zum einen wäre da natürlich meine diesjährige Reisebegleiterin zu nennen, ohne die ich es vermutlich nicht wieder so schnell zurück ins Paradies geschafft hätte – Visa-sei-Dank. Etwas zeitversetzt haben wir uns also auf den Weg zum ehemaligen Hippi-Beach von Hikkaduwa gemacht. Abgestiegen sind wir in einem netten kleinen Hotel direkt am Strand, das sich nicht nur den diesjährigen Award für den teuersten Espresso der Welt verdient hat, sondern auch mit einem Sonderpreis für den nur halb vollen Pool punkten kann. Nach meinem ersten Trip nach Hikkaduwa, von dem mir vor allem die kakerlakenfressenden Ameisen,  die Abwasserdusche sowie die nächtlichen Stromausfälle in Erinnerung geblieben sind, eine willkommene Abwechslung. Selbst der Monsun hat es gut mit uns gemeint und sich ausschließlich nachts blicken lassen.

Schließlich ging es für uns dann auf zu unserer ersten Mission des Urlaubs: Yoga! Da Sri Lanka nicht Indien ist und daher mit Yoga auch nicht sonderlich viel am Hut hat, haben wir uns ohne große Erwartungen auf den Weg gemacht. Im Studio angekommen, trafen wir nicht nur auf zwei weitere ungewöhnliche Teilnehmer, sondern auch auf Lyndon. Lyndon stammt aus England, ist 62 Jahre alt, hat sieben Jahre in einem buddhistischen Kloster gelebt, etliche Jahre in Indien zugebracht und arbeitet nun seit 20 Jahren auf Sri Lanka als Yoga-Lehrer. Oder vielmehr, er lebt Yoga. Bei ihm durften wir nicht nur an den besten Yoga-Stunden aller Zeiten (für gerade einmal 5 USD) teilnehmen, sondern konnten zudem einen einmaligen Menschen kennenlernen, der abertausende Geschichten auf Lager hat. Und während er diese im Handstand erzählt, gehen die beiden anderen Yogaschüler (Männer mittleren Alters mit Bauchansatz) locker vom Lotus Scorpion in den Handstand über, während wir nur staunend dasitzen und Lyndons Hilfestellung für den Kopfstand annehmen müssen.

Die nächste Begegnung lässt nicht lange auf sich warten. Mitten im Gassengewirr der Küstenstadt Galle, ca. 30 Minuten mit dem Auto von Hikkaduwa entfernt, treffen wir 28 Mädchen mit bewegten Geschichten. Sie leben in einem Waisenhaus, dem wir an diesem Tag einen Besuch abstatten dürfen. Eine Begegnung der besonderen Art, bestehend aus Kommunikation mit Händen und Füßen, die man so schnell nicht mehr vergisst.

Am Abend sind wir dann verabredet. Mit einem ehemaligen Studien- und WG-Freund, der zufällig auch gerade auf Sri Lanka ist werden nicht nur Lion Bier und Currys, sondern auch das Nationalgetränk Arrak ausprobiert. Schließlich endet der Abend im Mambos, der Bar in der ausgestorbenen Geister-Stadt. Die ganzen Surfer, die das kleine Küstenstädtchen sonst bevölkern, sind den Wellen hinterher an die Ostküste der Insel gereist und wir sind neben ein paar wenigen Rentnerpärchen so ziemlich die einzigen Urlauber in Hikkaduwa. Doch heute Abend haben sich die anderen 10 Touristen der Stadt sowie ein paar Einheimische an der Strandbar versammelt, sodass wir Mitternacht sogar hinter uns lassen, bevor es nach eine Kletterpartie über das bereits geschlossene Zugangstor zurück ins Hotel geht.

Unsere nächste Begegnung machen wir am folgenden Morgen mit dem Meer. Von wegen, alle Wellen sind weg. In Galle sind sie für uns Surf-Anfänger noch ausreichend vorhanden und mit ein paar Litern Salzwasser intus machen wir uns nach einer erfolgreichen Surf-Stunde auf den Rückweg nach Hikkaduwa. Weit kommen wir allerdings nicht, da unser Tuk-tuk (auf Sri Lanka werden die Gefährte übrigens „Threewheeler“ genannt) mit den Surfbrettern auf dem Dach und den vier Personen an Bord der Polizei natürlich sofort ins Auge springt. Prompt wird ein nicht funktionierendes Rücklicht beanstandet, sodass Surflehrer und Fahrer erst einmal eine Bastelstunde absolvieren müssen, bevor es weiter geht. Am nächsten Morgen bleiben uns nur noch ein paar wenige Stunden am halb leeren Pool, bevor es mit meinem Lieblingsfahrer Ruwan, der uns bereits auf allen unseren Sri Lanka-Abenteuern begleitet hat, zurück zum Flughafen geht, wo wir noch ein paar Stunden Zeit haben, uns mental auf den bis dato diesjährigen Hitzerekord in Dubai (50,2 °C) vorzubereiten…

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