Sri Lanka – Rundreise

Noch ein letzter, hektischer Blick in die Koffer, um sicherzustellen, dass auch nichts fehlt und dann geht es los auf unseren Abenteuerurlaub nach Sri Lanka. In Dubai steigen wir noch ganz relaxt in den Bus, der uns zum Flughafen nach Abu Dhabi bringt. Dort angekommen, freuen wir uns zuerst über den fast vollkommen leeren Etihad-Schalter – so kann unser Urlaub gerne anfangen! Leider tat er das aber nicht, sondern wir wurden von der freundlichen Schalterdame gleich in ein anderes Terminal geschickt. Dort erwartete uns eine unvorstellbar riesige Menschenmasse, neben unserem Etihad-Flug nach Colombo wurden noch Flüge mit Billigairlines wie Jet Air nach Karachi, Delhi, Mumbai und zu ähnlichen Destinationen abgefertigt. Nun war uns natürlich klar, warum wir hier standen und nicht im Etihad-Terminal.

Die selbst ernannte Luxusairline wollte den anderen Fluggästen wohl den Anblick unserer Schlange ersparen, an der wir die einzigen Europäer waren. Dementsprechend oft wurden wir dann auch vom Sicherheitspersonal gefragt, ob wir uns auch sicher im richtigen Terminal befinden würden. Nach über einer Stunde Anstehen hatten wir es dann aber auch endlich zu unserem Gate geschafft, wo es dann gleich in den nächsten Bus und ab zum Flugzeug ging.

Hikkaduwa

Am Flughafen angekommen, wurden wir zunächst von relaxter Urlaubsmusik begrüßt, was unsere gestressten Nerven wieder etwas beruhigte. Auch Pass- und Visakontrollen waren dank bereits angefordertem Onlinevisum für 30 USD pro Person sehr schnell passiert (davon könnten sich Dubaianer wirklich eine Scheibe abschneiden), unsere Koffer standen schon bereit und an einem Bankautomat konnten wir uns gleich mit 20.000 Rupien eindecken (wer übrigens mal behaupten möchte, Millionär zu sein, sollte einfach mal nach Sri Lanka fliegen und dort einen Kontoauszug aus dem Automaten lassen).

Draußen empfingen uns bereits Ruwan, unser Fahrer, mit einem sauberen und bequemen Toyota Hiace Bus, der uns sogleich ins Hippi-Paradies Hikkaduwa bringen sollte.

Dort angekommen, bezogen wir unser Zimmer in einem Gästehaus, das sich direkt am Meer befand. Dort war es wirklich einmalig: Der goldfarbene, breite Strand zog sich mehrere Kilometer am Indischen Ozean entlang, weit und breit war niemand zu sehen, außer zahlreichen Palmen, bunten Vögeln und mächtigen Wellen. Auf unser Zimmer traf diese Idylle leider nicht zu. Zunächst wären da die abertausenden Ameisen zu nennen, die ihr Revier unübersehbar auf unserem Fußboden eingenommen hatten. Dann gab es da auch noch die Mitbewohner im Bad in Form von zwei riesigen Kakerlaken und einem, zugegebenermaßen süßen, Gecko. Darüber hinaus nahm unser Wasser beim Duschen immer mal wieder eine dunkelbraune Farbe an, unsere Handtücher waren übersät mit undefinierbaren Flecken, die Klimaanlage funktionierte nicht und in der Nacht lieferten sich Ameisen und Kakerlaken ein Gemetzel, das damit endete, dass wir am nächsten Morgen eine Kakerlake halb verspeist in einem Meer aus Ameisen vorfanden. Letztendlich aus unserem Zimmer vertrieben hat uns aber etwas anderes: Der Stromausfall mitten in der Nacht, der unseren Deckenventilator außer Betrieb setzte und dafür sorgte, dass jeglicher Aufenthalt im Zimmer unerträglich wurde.

Trotz des Reinfalls mit dem Zimmer haben wir den Tag in Hikakduwa in vollen Zügen genossen. Zunächst haben wir den Strand ausgiebig getestet, während uns der Besitzer des Gästehauses (wir waren die einzigen Gäste) mit frischen King Coconuts aus seinem Garten versorgte. Der Koch der kleinen Unterkunft war darüber hinaus sehr talentiert und hat uns mit dem besten Essen, das wir überhaupt auf Sri Lanka kosten durften, versorgt. Dafür ist er eigens für jede Mahlzeit mit seinem Fahrrad von seinem vier Kilometer entfernten Wohnhaus angereist und hat uns für 350 Rupien pro Mahlzeit ausgiebig verköstigt, während wir von der Terrasse den freien Blick auf den Indischen Ozean genossen haben.

Am nächsten Morgen unternahmen wir eine überteuerte Bootsfahrt (ca. 20 Euro pro Person) auf einem Fluss, wo wir neben Waranen, Quallen, Affen und vielen anderen Tieren auch einen wundervollen kleinen Tempel auf einer Insel besuchen konnten. Und auf der Zimtinsel konnten wir nicht nur probieren, sondern auch zusehen, wie das leckere Gewürz hergestellt wird. So gesehen hat sich die Investition also doch irgendwie gelohnt. Ruwan hat mit uns zudem noch einen Zwischenstopp in Gaulle eingelegt. In der vom Tsunami verschonten Stadt konnten wir ein tolles Panorama vor dem weißen Leuchtturm genießen.

 Mirissa

In Mirissa erwartete uns mit unserer Unterkunft „River Side Cabansa“ glücklicherweise eine positive Überraschung: ein schönes, sauberes Zimmer ohne Ungeziefer dafür mit funktionierender Klimaanlage und Balkon. Getoppt wurde das nur noch vom wenige Minuten entfernten Strand, der nochmals eine Steigerung des bereits traumhaften Beaches in Hikkaduwa darstellte. Leider hatten wir für den nächsten Tag bereits eine Whale Watching Tour gebucht, sodass wir den Traumstrand nur wenige Stunden genießen konnten.

Die Whale-Watching-Tour für 40 Euro pro Person (Touristen müssen öfter mal besonders tief in die Tasche greifen), hatte es in sich. Um 6 Uhr morgens ging es los, außer dem Namen „Melbourne“ konnten wir an unserem sehr altertümlich wirkenden Boot leider nichts Positives feststellen. So tuckerten wir mit voller Lautstärke gemütlich dahin, dank des ausgeworfenen Köders ließ sich auch eine große Gruppe Delfine sehen, die anscheinend taub war. Kurz nach dieser Begegnung fing allerdings unser Motor plötzlich Feuer und wir trieben die nächste Stunde auf offener See, bis wir endlich von einem anderen Boot gerettet wurden. Das war auch höchste Zeit, da sich mehrere Asiaten auf unserem Boot bereits übergeben mussten. Eine kleine Entschädigung waren dafür die vielen Blauwale, die wir dann vom anderen Boot aus gesichtet haben.

Talalla

Fast wären wir an dem schmalen, unbefestigten Weg vorbei gefahren, der uns zu unserem persönlichen Paradies bringen sollte: Talalla Retreat.

Lonely Planet hatte nicht zu viel versprochen. Der kleine Ort beherbergt tatsächlich ein großes, von Touristen bisher beinahe unentdecktes Paradies. Unser Hotel war ein absoluter Traum – eine riesige Gartenanlage mit großem Pool und unzähligen Palmen, in dessen Mitte sich Restaurant und Rezeption befanden, die nur durch ein Dach vor der Sonne geschützt waren. Ähnliches traf auch auf unser Zimmer zu, das in einer von sechs Villen untergebracht war. Im ersten Stock der Villa genossen wir ein Freiluftbadezimmer, eine große Terrasse und auch unser Schlafzimmer war nur von halbhohen Wänden umgeben. Bei Bedarf konnte ein Sichtschutz heruntergelassen werden. Der weiße Traumstrand beherbergte nur uns, Palmen und ein paar bunte Fischerboote – ein perfekter Tag!

Tangalle

Ruwan konnte uns bereits nach kurzer Fahrt im Palm Paradise Cabanas abliefern. Hier hatten wir richtig Glück und haben eine Cabana direkt am Strand erwischt. Das schönste war die große Holzterrasse. Dort haben wir auf Liegen mit unserem treuen, neuen Hund gechillt und uns, wenn es zu warm wurde, im Meer abgekühlt. Ein Ort mit viel Potenzial, wenn nicht alles etwas vernachlässigt und ungepflegt gewesen wäre. Neben schmutzigem Wasser im Swimmingpool, Müll am Strand und einem ungepflegten Rasen habe ich mir beim Abendessen – das übrigens das erste Mal seit unserem Aufenthalt auf der Insel weit hinter dem Ruf der exzellenten lokalen Küche zurückblieb – den Magen verdorben.

Yala

Unser Hotel in Yala war zwar ganz ok und der Blick über den See auch nicht schlecht. Leider gibt es in Yala aber absolut gar nichts, was man unternehmen kann. Außer der Safari eben, aber die sollte erst am nächsten Tag stattfinden. Insgesamt betrachtet war es dann doch nicht so schlimm, den Tag auf dem Zimmer zu verbringen. Schließlich ging es mir aufgrund meines verdorbenen Magens so schlecht, dass ich den ganzen Tag im Bett verbracht habe. Abends sollte es dann wenigstens trockenen Reis geben – der hat aber leider nach verfaultem Wasser geschmeckt.

Am nächsten Tag ging es bereits morgens um 5 Uhr los auf Safari. Der Eintritt betrug 27 Euro pro Person (Einheimische zahlen umgerechnet übrigens nur knapp 80 Cent) hinzu kommen noch die Ausgaben für den Allrad-Jeep (35 Euro) – Ausflüge in Sri Lanka sind definitiv nichts für Backpacker ohne Geld. Trotz der hohen Ausgaben ließ sich der versprochene Gepard nicht blicken, dafür kam aber ein Elefant direkt auf unser Auto zugetrottet. Man hätte nur die Hand ausstrecken brauchen, um ihn zu berühren. Leider wollte der Fahrer unseres Jeeps aus der Begegnung ein ganz besonderes Spektakel machen und ist in einer Kolonne von fünf anderen Fahrzeugen dem armen Tier permanent hinterher gefahren. Glücklicherweise war es ein friedfertiger Elefant, der unser Leben verschont hat. Allerdings haben wir auf diesem Ausflug unsere Lektion gelernt – keine Tierbesichtigungen mehr in nächster Zeit! Beim Anblick der Wasserbüffelherden, Warzenschweinbabys, bunten Vögel und fliegenden Pfauen ist dieser Vorsatz allerdings sehr ins Schwanken geraten – Sri Lankas einzigartiger Tierwelt sollte man trotz der unverhältnismäßig hohen Preise eigentlich nicht aus dem Weg gehen….

 

Ella

Allein schon die Fahrt nach Ella war ein Erlebnis: Durch riesige Teeplantagen hindurch ging es zu dem kleinen Ort mitten in den Bergen. Unser Hotel View Point Villa befand sich weitere sechs Kilometer außerhalb von Ella an der schmalsten Straße der Welt, dafür aber mit dem besten Ausblick, den man sich nur vorstellen kann (der natürlich aber auch bezahlt sein wollte). Im Hotel angekommen haben wir unser eigenes Cottage mit wirklich einmaligem Blick direkt vom Bett durch das große Panoramafenster und mit großer Terrasse bezogen. Den restlichen Tag haben wir damit verbracht, diesen einmaligen Ausblick zu genießen.

Am nächsten Morgen ging es dann um 7 Uhr los zur Besteigung des „Little Adam Peak“, die zwar schon in zwei Stunden geschafft war, dafür aber eine fantastische Aussicht auf die Teeplantagen und Berge bot. Für die anschließende Fahrt nach Nuwara Eliyah gab es leider keinen Platz mehr für uns im Panoramazug, sodass wir die Strecke dann doch mit dem Auto zurückgelegt haben. Dank Ruwans Ortskenntnissen konnten wir aber auch hier manch wundervollen Ausblick genießen.

Nuwara Eliyah

Nuwara Eliyah ist ein schönes, idyllisches Städtchen in den Bergen, in dem es sich bei milden Temperaturen gut erholen lässt – normalerweise. Unglücklicherweise fiel unser Urlaub aber in den Monat April. In den vier Wochen steht die ganze Stadt Kopf, die kompletten Inselbewohner treffen sich nun hier, um Neujahr zu feiern, Pferde auf der Rennbahn anzufeuern oder einfach nur zu fighten. Und mitten in diesem Trubel waren wir. Eine Rückzugsmöglichkeit bot zwar unser Zimmer im Grosvenor Hotel – der drückende, dunkle Kolonialstil ließ aber eher Selbstmordgedanken als Entspannung aufkommen. Glücklicherweise befand sich mit Rajan, meinem Guide auf den Dubaier Wüstenausritten, ein bekanntes Gesicht in der Stadt. Nachdem er uns auf abenteuerliche Weise von unserem Hotel abgeholt hatte (zu dritt im Zweisitzer an allen möglichen Polizeikontrollen vorbei), hat er uns zunächst seiner Familie vorgestellt und uns anschließend die Stadt gezeigt. Abends waren wir noch bei einem Freund von ihm zum Essen eingeladen. Dort gab es eine exzellente Vorspeise mit Fisch und Gemüse und danach wieder nach fauligem Wasser schmeckenden Reise (- was zum Teufel ist das für ein Gewürz??) und ein leckeres Dessert. Am nächsten Morgen haben wir uns mit Rajan auf der Rennbahn verabredet, von wo er mich zu einem abenteuerlichen Ausritt durch die stark befahrenen Straßen der Stadt mitnahm. Dass das Pferd permanent rückwärts laufen wollte, war dabei keine große Hilfe…

Kandy

Die Kulturstadt der Insel hat uns dazu verführt, unser Geld endlich einmal für überteuerten Touristennepp statt für die noch weitaus mehr überteuerten Ausflüge auszugeben. Auf dem Weg haben wir zunächst an einer Teefabrik Halt gemacht, wo Mohammed uns noch kurz vor seinem Freitagsgebet reingequetscht hat und mit uns den kürzesten Rundgang aller Zeiten durchgeführt hat. Nach der anschließenden Verkostung haben wir uns für schwarzen Ceylon Tee und den teureren, dafür angeblich gesundheitsfördernden weißen Tee entschieden.

In Kandy angekommen, haben wir uns zunächst Kunstwerke aus Holz angeschaut (und natürlich auch gekauft), anschließend ging es zu den Edelsteinen. Im Platzregen ging es dann weiter zum Maskentanz, dem wir zu Ruwans Bedauern leider nicht allzu viel abgewinnen konnten. Nach einigen Schwierigkeiten (der Berg war einfach zu steil, die Straße zu eng und zu schlecht und die Biegung zu scharf für unseren Toyota Hiace) sind wir schließlich in unserem Guest House mit toller Aussicht und einem kaum englisch sprechenden „Manager“ angekommen. Wir haben es aber doch noch geschafft, uns auf ein Dinner zu einigen, das auch wirklich lecker war. Nach einer unruhigen Nacht (der „Manager“ feierte mit seinen Freunden im Garten eine Party) gab es zum Frühstück endlich Rotti, ein Nationalgericht auf Sri Lanka. Im Anschluss ging es zum „Sacred Tooth“-Tempel, der einen Zahn von Buddha beherbergen soll. Auch hier war unser Timing nicht perfekt. Da es Samstag (= Gebetstag) war, stellte es sich als schwieriges Unterfangen dar, im Tempel nicht von den Menschenmassen erdrückt zu werden. Getrübt wurde das Ganze abermals durch den erhobenen Eintrittspreis von 7 Euro – Einheimische zahlen selbstverständlich nichts.

 

Sigiriya

Auf dem Weg zu der historischen Kulturstätte haben wir zunächst an zwei Tempeln angehalten, die wir aufgrund der überteuerten Eintrittspreise allerdings nur von außen besichtigt haben. Anschließend ging es weiter zur Spice Farm, wo wir uns neben einer kostenlosen Massage auch noch Zimtöl haben aufschwatzen lassen. Das von Lonely Planet empfohlene Hotel eines bekannten Designers konnte uns nicht überzeugen. Hier blieben wir nur zum Essen, das neben gesalzenen Preisen weiterhin nichts zu bieten hatte und sind abends in unser Guest House “Nice Place“ eingecheckt. Abgesehen von der verstopften Dusche war es hier ganz ok. Am nächsten Tag um 7 Uhr haben wir dann 50 Euro dafür bezahlt, um 2.200 Stufen steigen zu dürfen. Am Ende gab es dafür eine tolle Aussicht, Höhlenmalereien und das schlechteste Museum der Welt zu bewundern. Danach machten wir uns auf die die sechsstündige Fahrt nach Colombo.

Colombo/Negombo

Unseren letzten Tag haben wir mit einer schnellen Sightseeingtour durch Colombo sowie einem letzten Strandbesuch in Negombo beendet.

Negomboooo

Ein Gedanke zu “Sri Lanka – Rundreise

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